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Neustrukturierung des Lehrplanes und der Lernidee

Jeder Mensch hat einerseits seine ganz persönlichen Interessengebiete, andererseits jedoch auch allgemeine Verantwortungen, Aufgaben und Ansprüche, die das gemeinschaftliche Leben an ihn (genauso wie an alle anderen) stellt, und die klar voraussehbar sind.

Auf letzteres sollte die Schule alle Schüler, verbindlich und gründlich vorbereiten, was zurzeit kaum der Fall ist. Praxisbezogene Vorbereitung für das Leben wird im deutschen Schulunterricht zu stark vernachlässigt.

Jeder Schüler wird mit der Verantwortung konfrontiert (werden), demokratisch zu wählen. Dazu ist es notwendig genau über die Vergangenheit, das politische System sowie aktuelle politische Geschehnisse gut informiert zu sein. Der verpflichtende Gemeinschaftsunterricht  erklärt unser politisches System lückenhaft und aktuelle politische Geschehnisse sowie die Parteien werden nur am Rande erwähnt. Der verpflichtende Geschichtsunterricht ist in der Regel genauso oberflächlich, und wird ohne jeglichen Bezug zur Gegenwart unterrichtet.

Dies sind nur ein paar Beispiele von vielen für praxisbezogenes Lernen:

l  Recherche- und Präsentationstechniken

l  Soziale Kommunikation als eigenes grundlegendes Fach, um den achtsamen Umgang miteinander zu kultivieren.

l  Umgang mit modernen Medien.

l  Die Bearbeitung einer Steuererklärung.

l  Erste-Hilfe-Kurse im Biologieunterricht

Teilweise werden manche  dieser Elemente schon in den Unterricht miteinbezogen, dann aber nur oberflächlich, da zu wenig Zeit einkalkuliert wird und / oder  keine ausgebildeten Fachkräfte zu Verfügung gestellt werden.

Anstatt einer kurzfristig angepaukten für alle verpflichtende und gleiche „breitgefächerten Allgemeinbildung“, die aus reiner Anhäufung von Wissen besteht, das irrelevant für das spätere Leben ist und von der man  90% wieder vergisst, ist – was den verpflichtenden, für alle gleichen Teil angeht – ein Lehrplan angebracht, der einen gut auf das Leben als demokratisch gesinnter  Bürger der heutigen Welt vorbereitet und einführt. Die Realität darf nicht vor der Schultüre bleiben.

Des Weiteren sollte der Lehrplan verschieden Fachbereiche auf Interesse weckende Art und Weise vorstellen, sodass man darauf in Projektgruppen, Arbeitsgemeinschaften oder Kursen fachliche Themengebiete selbständig erforschen kann. Dafür muss der Verpflichtende Teil des Lehrplanes, der zum Großteil aus der Anhäufung von Wissen besteht, stark gekürzt werden. In der jetzigen Zeit, da mehr Wissen als man sich jemals merken könnte nur ein paar Klicks entfernt liegt, macht es mehr Sinn denn je „das Lernen zu lernen“. D.h. zu lernen wie man sich Wissen aneignet, wenn man es braucht.

Der Lehrplan sollte so weit gekürzt werden, dass genug Freiraum für Persönlichkeitsfindung und -entwicklung gegeben ist, denn das ist der eigentliche Sinn von Bildung, die keinen Zweck erfüllt. Dieser Prozess muss in der Schule gefördert und nicht behindert werden, was in Form von oben genannten Kursen, Projektgruppen, oder Arbeitsgemeinschaften stattfinden könnte.

Es ist sinnvoller für den Lernerfolg, die Klassen bzw. Kurse nicht nach Alter sondern nach Fortgeschrittenheit und/oder Lerntypen aufzuteilen. Es liegen noch viele andere wissenschaftlich begründete Verbesserungsvorschläge für die Gestaltung des Unterrichts vor, die jedoch im Schulalltag schlichtweg nicht beachtet werden, obwohl sie teilweise im Ausland schon erfolgreich umgesetzt worden sind.

Der Gedanke an sich, die Intelligenz und die Teilnahme am Unterricht mit einer Zensur wiedergeben zu können, funktioniert nicht und wirkt in vielen Fällen demotivierend und destruktiv. Sobald der Schüler an der Sache interessiert ist wird die Benotung sowieso überflüssig, da man den Druck und das Lob von Außen nur dann braucht, wenn man sich mit etwas beschäftigen muss, was man nicht tun möchte. Das Zeugnis würde dann beispielsweise wiedergeben welche Kurse wie lange besucht worden sind. Oder man könnte anhand von einfachen Tests kontrollieren, ob das Grundlegende verstanden worden ist. Bei der Aufnahme z.B. zur Hochschule wären dann persönliche Aufnahmegespräche entscheidend, nachdem das Zeugnis einen groben Überblick über die bisherigen Interessensgebiete und Studien gegeben hat.

Links:

http://www.zeit.de/2004/40/B-Lehrer-Studie?page=1

http://lernenheute.wordpress.com/2008/10/13/schlechte-lehrer-wollen-die-macht-behalten/